Erfurt prüft Mindestpreise für Fahrdienste wie Bolt – Schutz für Taxibranche?
Emilia KönigPflichtpreise für Bolt? Stadt Erfurt reserviert - Erfurt prüft Mindestpreise für Fahrdienste wie Bolt – Schutz für Taxibranche?
Erfurt prüft derzeit, ob Mindestpreise für Fahrdienstvermittler wie Bolt eingeführt werden sollen. Die Initiative folgt ähnlichen Beschlüssen in Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt, wo neue Regelungen zum Schutz der örtlichen Taxibranche erlassen wurden. Die Stadtverwaltung will zunächst die Auswirkungen der günstigeren Bolt-Tarife auf das Taxigewerbe bewerten, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
Bolt nahm seinen Betrieb in Erfurt im Dezember auf und brachte zehn Mietwagen in das städtische Verkehrsnetz ein. Damit steht das Unternehmen in direkter Konkurrenz zu den rund 90 lizenzierten Taxis, die bereits in der Region unterwegs sind. Während Taxis als Teil des öffentlichen Nahverkehrs an feste kommunale Tarife gebunden sind, können Bolt und ähnliche Apps niedrigere Preise verlangen, da sie außerhalb dieser Vorschriften agieren.
Mehrere andere deutsche Städte haben bereits reagiert: Essen und Heidelberg führten bereits früher Mindestpreise ein, um Taxifahrer vor der Konkurrenz günstigerer Fahrdienstvermittler zu schützen. Berlin machte im Dezember 2023 den Anfang, gefolgt von München im Juli 2024, Hamburg im September 2024, Köln im November 2024 und Frankfurt im Januar 2025.
Bevor Erfurt Änderungen vornimmt, plant die Stadt eine umfassende Untersuchung des Taxi- und Mietwagenmarktes. Die Behörden werden analysieren, wie sich Bolts Preispolitik auf die lokalen Taxiunternehmen auswirkt, bevor über neue Tarifregeln entschieden wird.
Ziel der Prüfung ist es, einen Ausgleich zwischen Fahrdienst-Apps und traditionellen Taxis zu schaffen. Sollten Mindestpreise eingeführt werden, würde Erfurt damit zu anderen großen deutschen Städten aufschließen. Eine Entscheidung wird erst nach Abschluss der Marktanalyse fallen.