Elisabeth Kaiser kämpft für Gleichberechtigung zwischen Ost und West
Emilia KönigOstkommissarin sieht weiterhin 'signifikante Ost-West-Unterschiede' und will Frauen stärken - Elisabeth Kaiser kämpft für Gleichberechtigung zwischen Ost und West
Elisabeth Kaiser ist seit Mai 2021 die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und vertritt in dieser Funktion die Interessen der fünf Bundesländer, die einst die DDR bildeten. Die von der Mitte-links-Koalition ernannte Politikerin widmet sich vor allem der Bewältigung der weiterhin bestehenden wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede zwischen Ost und West.
Das Amt wurde nach der Wiedervereinigung eingerichtet, um die langjährigen Ungleichheiten zwischen den alten und neuen Bundesländern abzubauen. Vor Kaiser hatte Carsten Schneider (SPD) das Amt jahrelang inne. Er setzte sich für Investitionen in Wissenschaft, Forschung und lokale Start-ups ein und trug dazu bei, dass Ostdeutschland zu einer führenden Region für Unternehmensgründungen wurde. 2023 wechselte Schneider ins Bundesumweltministerium.
Kaiser steht weiterhin vor großen Herausforderungen: Viele Ostdeutsche fühlen sich noch immer wie Bürger zweiter Klasse, da ihre Regionen weniger Unternehmenszentralen und eine schwächere Infrastruktur aufweisen. Sie verweist nicht nur auf Einkommensunterschiede, sondern auch auf Defizite bei sozialen Dienstleistungen und wirtschaftlichen Chancen. Um kleine und mittlere Unternehmen zu stärken, initiierte sie die Branchendialoge Ost. Das Programm soll Betrieben helfen, sich an den raschen Wandel in der Wirtschaft anzupassen.
Ein weiteres zentrales Anliegen Kaisers ist die Förderung von Frauennetzwerken in männlich dominierten Bereichen. Sie will sicherstellen, dass weibliche Perspektiven in politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. Zudem steht die Verbesserung der Gründungsförderung in Zusammenarbeit mit den Landesregierungen ganz oben auf ihrer Agenda.
Kaisers Arbeit knüpft an jahrzehntelange Bemühungen an, die Kluft zwischen Ost und West zu überwinden. Ihre Initiativen zielen auf wirtschaftliche Strukturen, Gleichstellung und die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen ab. Dennoch räumt sie ein, dass in Deutschland nach wie vor erhebliche Unterschiede bestehen.