Digitaler Steuerbescheid kommt erst 2027 – was sich für Steuerzahler ändert
Emilia KönigDigitaler Steuerbescheid kommt erst 2027 – was sich für Steuerzahler ändert
Deutschlands Umstieg auf digitale Steuerbescheide verzögert sich bis 2027
Die Einführung der digitalen Steuerbescheide in Deutschland wird sich bis 2027 verzögern. Die Maßnahme ist Teil umfassender Bestrebungen, die Steuerverwaltung durch das ELSTER-Portal zu modernisieren. Künftig werden Steuerzahler ihre Bescheide standardmäßig online erhalten müssen.
Ursprünglich sollte die Digitalisierung der Steuerbescheide schneller voranschreiten, doch die vollständige Umsetzung verschiebt sich nun auf 2027. Bis dahin bleibt das bestehende System erhalten – 2026 müssen Steuerpflichtige die digitale Zustellung noch aktiv beantragen.
Ab 2027 werden alle Bescheide automatisch im digitalen Postfach des ELSTER-Portals eingehen. Wer eine Papierversion bevorzugt, muss diese ausdrücklich anfordern. Die Änderung soll den Zugriff vereinfachen und es Steuerzahlern ermöglichen, ihre Finanzen sofort nach der Bearbeitung der Unterlagen einsehen und planen zu können.
Die Umstellung hat auch Auswirkungen auf rechtliche Fristen: Die Einspruchsfrist für Steuerbescheide beginnt künftig mit dem Zeitpunkt der Bereitstellung im ELSTER-Postfach – unabhängig davon, ob der Bescheid geöffnet wurde oder nicht. Die Behörden haben die Vorbereitungsphase verlängert, um Steuerzahlern, Unternehmen und Steuerberatern den Übergang zu erleichtern.
Durch die Verzögerung erhalten alle Beteiligten drei zusätzliche Jahre, um sich auf die verpflichtende digitale Zustellung vorzubereiten. Ab 2027 wird das ELSTER-Portal zum zentralen Kommunikationskanal für Steuerangelegenheiten. Steuerzahler müssen sicherstellen, dass sie Zugriff auf ihre Konten haben, um Fristen oder wichtige Mitteilungen nicht zu verpassen.