07 November 2025, 04:09

Diebstahl des Nagelkreuzes erschüttert KZ-Gedenkstätte Dachau vor Gedenkgottesdienst

Innenansicht einer Kirche mit zahlreichen Skulpturen und Blumenpflanzen zwischen leeren Holzliegen.

Nach Diebstahl - Versöhnungskirche bestellt neues Nagelkreuz - Diebstahl des Nagelkreuzes erschüttert KZ-Gedenkstätte Dachau vor Gedenkgottesdienst

Nagelkreuz – Symbol der Versöhnung – aus der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau gestohlen Ein Nagelkreuz, ein Zeichen der Aussöhnung, wurde aus der evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau entwendet. Der Diebstahl wirft Fragen auf – besonders vor dem Hintergrund des bevorstehenden christlich-jüdischen Gedenkgotttesdienstes zum Jahrestag der Reichspogromnacht. Das Kreuz, eine Replik des berühmten Coventry-Kreuzes, wurde beschädigt in einem Spendenkasten aufgefunden. Eine der drei Nagelköpfe fehlt. Die Kirchengemeinde vermutet, dass ein ehemaliger DDR-Flüchtling, der einst in Dachau inhaftiert war, für die Tat verantwortlich sein könnte. Er soll das Kreuz benutzt haben, um den Spendenkasten aufzubrechen. Der Diebstahl ereignete sich nur wenige Tage vor dem Gedenkgotttesdienst zur Reichspogromnacht, bei dem das Kreuz eine zentrale Rolle spielen sollte. Der Pfarrer hat um eine beschleunigte Anfertigung eines neuen Kreuzes gebeten, in der Hoffnung, es rechtzeitig für das Gebet der Versöhnung am 14. November einsetzen zu können. Ob dies jedoch noch vor dem Sonntagsgottesdienst gelingt, ist ungewiss. Das Nagelkreuz besitzt für die Versöhnungskirche eine tiefe symbolische Bedeutung. Seit 2012 gehört die Gemeinde zum weltweiten Netzwerk der Nagelkreuz-Zentren, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Aussöhnung in der Erinnerungskultur und bei aktuellen Konflikten einsetzen. Das gestohlene Kreuz – ein Symbol der Einheit und des Friedens – wurde zwar wiedergefunden, ist jedoch beschädigt. Nun wird eilig an einem Ersatz gearbeitet, in der Hoffnung, es rechtzeitig für die anstehende Versöhnungsfeier fertigzustellen. Die Ermittlungen laufen, ein ehemaliger Häftling aus Dachau gilt als Tatverdächtiger. Die christlich-jüdische Gemeinschaft wartet unterdessen auf das neue Zeichen der Versöhnung.