09 March 2026, 04:04

Deutschland wird viertgrößter Waffenexporteur – doch humanitäre Hilfe leidet

Ein Plakat mit einer Weltkarte und dem Text "Wo die Opfer sind: Retten Sie die Überlebenden - 3.950.000 hungernde Menschen" zur Sensibilisierung für die Auswirkungen des Krieges und die Notwendigkeit von Maßnahmen.

Deutschland wird viertgrößter Waffenexporteur – doch humanitäre Hilfe leidet

Deutschland hat sich auf den vierten Platz der grössten Waffenexporteure der Welt vorgearbeitet und hält nun einen Marktanteil von 5,7 Prozent. Gleichzeitig kündigte die Regierung Kürzungen bei der Entwicklungshilfe und humanitären Unterstützung an – ein Schritt, der bei Hilfsorganisationen auf Kritik stößt.

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Zwischen 2021 und 2025 stieg das Volumen der weltweiten Großwaffenlieferungen im Vergleich zum vorherigen Fünfjahreszeitraum um 9,2 Prozent. Europäische Länder verdreifachten dabei ihre Importe von Schwerwaffen, darunter Panzer, Artillerie und Kampfflugzeuge.

In derselben Zeitspanne kletterten die deutschen Militärausgaben von 46,9 auf 75,4 Milliarden Euro pro Jahr. Auch die Entwicklungshilfe erhöhte sich von 30,8 auf 36,2 Milliarden Euro jährlich, wobei wichtige Empfängerländer die Ukraine (2,5 Milliarden Euro zwischen 2023 und 2025), Syrien, Äthiopien sowie Teile Subsahara-Afrikas wie Nigeria und die Demokratische Republik Kongo sind.

Mathias Mogge, Generalsekretär der Organisation Welthungerhilfe, nannte die Entscheidung zur Kürzung der Hilfsgelder "mehr als problematisch". Die Organisation betont, dass Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe entscheidend für die globale Stabilität seien. Kriege und Konflikte bleiben die Hauptursachen für Hunger – 2024 waren allein 20 Ernährungskrisen für fast 140 Millionen Menschen verzeichnet.

Die Neuausrichtung der deutschen Haushaltsprioritäten fällt mit einem deutlichen Anstieg der Rüstungsexporte und Militärausgaben zusammen. Hilfsorganisationen warnen, dass geringere Mittel für humanitäre Einsätze die Instabilität in ohnehin von Konflikten und Nahrungsmittelknappheit betroffenen Regionen weiter verschärfen könnten. Die Entscheidung der Regierung spiegelt dabei globale Trends im Waffenhandel und bei Sicherheitsausgaben wider.

Quelle