Caritas fordert strengere Heizungsregeln für Mietwohnungen gegen Energiearmut
Claudia SeidelCaritas fordert strengere Heizungsregeln für Mietwohnungen gegen Energiearmut
Deutschlands Vorstoß für klimafreundliches Heizen in Mietwohnungen gewinnt an Dringlichkeit – steigende Energiekosten verschärfen die Debatte. Die Wohlfahrtsorganisation Caritas fordert nun strengere gesetzliche Vorgaben, um Vermieter zum Einbau nachhaltiger Heizsysteme zu verpflichten. Ziel ist es, die Kosten für Mieter zu senken und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Laut aktuellem Entwurf soll das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ab 2026 vorschreiben, dass neue Heizungsanlagen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Unklar ist jedoch, wie viele Mietobjekte diese Anforderungen bereits erfüllen.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa warnt, dass explodierende Energiekosten einkommensschwache Haushalte besonders hart treffen. Wie aus dem siebten Armuts- und Reichtumsbericht Deutschlands hervorgeht, geben Familien mit einem Monatsnettoeinkommen unter 1.300 Euro rund 10 Prozent ihres Budgets für Wohnenergie aus. Haushalte mit über 5.000 Euro monatlich wenden dagegen weniger als 5 Prozent für dieselben Kosten auf.
Welskop-Deffaa betont, dass eine gesetzliche Pflicht zu klimaneutralen Heizsystemen Mietern langfristige Planungssicherheit bieten würde. Solche Anlagen seien nicht nur umweltverträglich, sondern auf Dauer auch kostengünstiger. Die Organisation pocht zudem auf einen Ausbau staatlicher Unterstützung, etwa durch vereinfachten Zugang zu Wohngeld und Sozialleistungen.
Um besonders betroffene Familien zu entlasten, wirbt Caritas für Initiativen wie den "Energie-Check", der individuelle Beratung zur Senkung des Verbrauchs bietet. Die Hilfsorganisation unterstreicht, dass bessere Förderung und Beratungsangebote entscheidend seien, um Energiearmut zu verhindern. Die schrittweisen Ziele des GEG – 15 Prozent erneuerbare Energien im Gebäudebestand bis 2029, 60 Prozent bis 2040 – hängen dabei von der kommunalen Wärmeplanung ab, ohne dass bisher zusätzliche bundesweite Regelungen in Kraft getreten wären.
Die geplanten Gesetzesänderungen würden Vermieter zum Austausch veralteter Heizungen verpflichten und könnten so die Belastung für Mieter verringern. Caritas drängt zugleich auf umfassendere finanzielle Hilfen und Beratungsprogramme für einkommensschwache Haushalte. Ohne weitere Reformen drohen die Energiekosten für Geringverdiener auch künftig eine schwere Hypothek zu bleiben.






