03 February 2026, 18:14

Bundesweiter Warnstreik legt Nahverkehr lahm – Schleswig-Holstein kämpft mit Eis und Chaos

Ein gelber Bus fährt auf einer verschneiten Stadtstraße mit hohen Gebäuden, Passanten, Laternen und Bäumen entlang, während es im Hintergrund stark schneit.

Beschränkter Winterdienst im Norden am Donnerstag - Bundesweiter Warnstreik legt Nahverkehr lahm – Schleswig-Holstein kämpft mit Eis und Chaos

Bundesweiter Warnstreik der Gewerkschaft ver.di legt öffentlichen Nahverkehr in Deutschland lahm

Am Montag, dem 2. Februar 2026, wird ein bundesweiter Warnstreik der Gewerkschaft ver.di den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland massiv beeinträchtigen. Rund 100.000 Beschäftigte aus etwa 150 kommunalen Verkehrsbetrieben werden voraussichtlich die Arbeit niederlegen, wodurch in nahezu allen Bundesländern mit Einschränkungen zu rechnen ist. Gleichzeitig steht Schleswig-Holstein vor zusätzlichen Herausforderungen: Ein separater Streik von Straßenwartungsarbeitern fällt dort mit eisigen Wetterprognosen für Donnerstag zusammen.

An dem Ausstand in Schleswig-Holstein beteiligen sich Mitarbeiter aus 22 Straßenmeistereien, was Bedenken hinsichtlich der Winterdienst-Sicherheit aufkommen lässt. Bei vorhergesagtem Schnee und Glatteis müssen Autofahrer insbesondere in ländlichen Gebieten mit rutschigen Straßen rechnen, da dort die Räumarbeiten verzögert werden könnten. Um die Personalknappheit auszugleichen, wird die Landesstraßenbauverwaltung Teams überkreisweit koordinieren und private Unternehmen hinzuziehen, um gefährliche Strecken freizuhalten.

Eine mit ver.di vereinbarte Notdienstregelung stellt sicher, dass kritische Bereiche trotz des Streiks aufrechterhalten bleiben. Die Gewerkschaft fordert gemeinsam mit dem Beamtenbund dbb eine Lohnerhöhung von 7 Prozent – mindestens jedoch 300 Euro mehr pro Monat – für rund 2,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst bundesweit. Die nächsten Tarifverhandlungen sind für den 11. Februar in Potsdam angesetzt.

Der Verkehrsstreik am 2. Februar wird flächendeckend spürbar sein, wobei die meisten Regionen betroffen sein dürften. Lediglich ein Bundesland bleibt verschont, welches ist, gab ver.di jedoch nicht bekannt. Die Aktion ist Teil der laufenden Tarifauseinandersetzungen; in Schleswig-Holstein hat die Gewerkschaft zudem weitere Warnstreiks organisiert, unter anderem beim Landesbetrieb Verkehr (LBV).

Die Streiks unterstreichen die angespannte Lage in den Gehaltsverhandlungen des öffentlichen Dienstes, in denen ver.di und dbb deutliche Lohnerhöhungen durchsetzen wollen. Autofahrer in Schleswig-Holstein müssen sich am Donnerstag auf glatte Straßen und eingeschränkten Winterdienst einstellen. Gleichzeitig sollten Pendler in ganz Deutschland sich auf Verspätungen im Nahverkehr einrichten, wenn es am kommenden Montag zum großen Streik kommt.