Bundeskartellamt bremst Remondis mit schärferen Übernahmekontrollen aus
Claudia SeidelKartellamt verschärft Kontrolle über Müllriese Remondis - Bundeskartellamt bremst Remondis mit schärferen Übernahmekontrollen aus
Das Bundeskartellamt hat für Remondis, den größten Entsorgungsdienstleister Deutschlands, strengere Kontrollen verhängt. Der Schritt folgt Bedenken wegen der wachsenden Marktmacht des Unternehmens in regionalen Abfallentsorgungsmärkten. Künftig muss das Unternehmen die Behörden für die nächsten drei Jahre über geplante Übernahmen informieren.
Die Entscheidung des Kartellamts richtet sich gegen die Rethmann Gruppe, die Muttergesellschaft von Remondis, nachdem eine Untersuchung aus dem Jahr 2023 ergab, dass das Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung in der Abfallwirtschaft innehat. Bisher konnten kleinere Firmen mit geringen Umsätzen ohne Prüfung übernommen werden, was Remondis eine Expansion ohne regulatorische Kontrollen ermöglichte. Nach den neuen Regeln müssen nun sämtliche Übernahmen – darunter in den Bereichen Restmüll, Bioabfall, Recyclinganlagen und Glasverarbeitung – gemeldet werden.
Die verschärften Auflagen gelten für drei Jahre und umfassen alle potenziellen Akquisitionen von Remondis in zentralen Entsorgungsbereichen. Mit der Entscheidung will das Kartellamt eine weitere Marktkonzentration verhindern, die den Wettbewerb in lokalen Märkten schwächen könnte. Eine mögliche rechtliche Gegenwehr von Remondis wird zeigen, ob die strengere Aufsicht Bestand hat.