17 March 2026, 12:06

Bundesamt für Verfassungsschutz erhält schärfere Befugnisse gegen Extremismus und Spionage

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Was gibt es für die Verfassungsreform des Verfassungsschutzes vorzuschlagen? - Bundesamt für Verfassungsschutz erhält schärfere Befugnisse gegen Extremismus und Spionage

Bundesamt für Verfassungsschutz soll durch Reformen mehr Befugnisse erhalten

Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) steht vor einer Ausweitung seiner Kompetenzen durch geplante Reformen. Die Änderungen zielen darauf ab, die Fähigkeiten der Behörde im Kampf gegen Spionage, Sabotage und verfassungsfeindliche Bestrebungen zu stärken. Innenminister Alexander Dobrindt treibt die Umwandlung des BfV in einen aktiveren Nachrichtendienst voran, der künftig auch direkt operative Maßnahmen ergreifen können soll.

Die Reformvorschläge reagieren zudem auf Bedenken hinsichtlich extremistischer Verstrickungen in die organisierte Kriminalität, etwa bei illegalen Waffenhandel oder von ausländischen Akteuren unterstützten Cyberangriffen. Gleichzeitig prüfen Abgeordnete, wie der Informationsaustausch des BfV mit Polizei und anderen Sicherheitsbehörden verbessert werden kann – dabei könnten auch die Regeln zur Datenspeicherung und -weitergabe angepasst werden.

Künftig soll das BfV unter strengen rechtlichen Auflagen präventiv gegen Bedrohungen vorgehen dürfen. Bisher konzentriert sich die Behörde vor allem auf die Informationsbeschaffung, doch die neuen Pläne sehen eine stärkere direkte Eingriffsmöglichkeit vor. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der besseren Überwachung der Finanzströme der rechtsextremen Szene, islamistischer Rekrutierungsnetzwerke sowie gewaltbereiter linksextremer Strukturen.

Eine weitere bedeutende Neuerung könnte die Hürden für die Weitergabe von Erkenntnissen des BfV an die Polizei senken. Diese Anpassung folgt langjährigen Debatten über die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden, darunter die Initiative Wirtschaftsschutz aus dem Jahr 2016, an der neben dem BfV auch das Bundeskriminalamt (BKA), der Bundesnachrichtendienst (BND), das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beteiligt waren.

Konstantin von Notz, Grünen-Politiker und einziges Oppositionsmitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr), befürwortet zwar die Befugniserweiterung, pocht jedoch auf eine verschärfte Kontrolle. Die AfD und die Linke sind im Gremium, das die Nachrichtendienste überwacht, hingegen nicht vertreten.

Die Reformen sollen zudem klären, wie das BfV mit personenbezogenen Daten umgeht – etwa wie lange Akten aufbewahrt werden dürfen und unter welchen Bedingungen sie weitergegeben werden können. Behördenvertreter argumentieren, dass modernisierte Regelungen dem Verfassungsschutz ermöglichen würden, schneller auf neue Gefahrenlagen zu reagieren, insbesondere dort, wo Extremismus und organisierte Kriminalität ineinandergreifen.

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Falls die Pläne verabschiedet werden, markieren sie einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitsweise des BfV. Die Behörde erhielte mehr Instrumente zur Bekämpfung von Spionage, Sabotage und extremistischen Aktivitäten, stünde aber zugleich unter strengerer Aufsicht. Zudem würden sich die Rahmenbedingungen für den Informationsaustausch mit Polizei und anderen Sicherheitsbehörden in künftigen Ermittlungen ändern.

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