01 April 2026, 00:49

Brokdorf: Brennelemente sind weg – jetzt beginnt der große Rückbau des Atomkraftwerks

Eine Luftaufnahme eines Kernstandorts in einem Wald, mit Rauch, der aus Gebäuden und Bäumen aufsteigt, und Text, der die Demontage des Standorts anzeigt.

Brokdorf: Brennelemente sind weg – jetzt beginnt der große Rückbau des Atomkraftwerks

Atomkraftwerk Brokdorf erreicht entscheidende Phase der Stilllegung

Im Atomkraftwerk Brokdorf ist ein wichtiger Meilenstein im Stilllegungsprozess erreicht: Alle 764 abgebrannten Brennelemente wurden aus dem Abklingbecken in ein Zwischenlager auf dem Gelände verlagert. Mit diesem Transfer beginnt die zweite Phase der Rückbauphase der Anlage.

Der Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1.410 Megawatt (MWe) in Brokdorf war am 31. Dezember 2021 endgültig vom Netz gegangen. Betreiber PreussenElektra, eine Tochtergesellschaft von E.On, hatte bereits im Dezember 2017 die Genehmigung für die Stilllegung beantragt.

In der ersten Phase lag der Fokus auf dem Rückbau nicht essenzieller Anlagenteile, während der Reaktordruckbehälter und der biologische Schild unangetastet blieben. Im Oktober 2024 erteilte die Behörde die erste Rückbaugenehmigung, sodass die Arbeiten beginnen konnten. Die Entfernung aller Brennelemente – seit 2023 abgeschlossen – reduziert die Radioaktivität der Anlage um über 99 Prozent. Dieser Schritt ermöglicht nun weitere technische Anpassungen, etwa die Abschaltung zusätzlicher Systeme und die Verringerung des Personals.

Bevor der Reaktordruckbehälter und der biologische Schild demontiert werden können, ist eine zweite Genehmigung erforderlich. Ein Zeitplan für diese Phase steht noch nicht fest. Zum Vergleich: Im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld, ebenfalls betrieben von PreussenElektra, begannen die Abrissarbeiten Anfang 2026 und sollen voraussichtlich mindestens 12 bis 20 Jahre dauern.

Da die Brennelemente nun sicher gelagert sind, kann in Brokdorf mit den tiefergehenden Rückbauarbeiten fortgefahren werden. Die nächsten Schritte hängen von behördlichen Genehmigungen und der technischen Planung ab. Wie bei anderen deutschen Atomkraftwerken wird sich der Prozess voraussichtlich über viele Jahre erstrecken.

AKTUALISIERUNG

Brokdorf's interim storage set for high-level waste influx in 2026

Plans for transporting radioactive waste to Brokdorf's interim storage have been confirmed for 2026. Key details include:

  • Seven Castor containers with high-level waste from Sellafield (UK) will arrive at the site.
  • This follows the 2024 decommissioning approval and completed fuel removal.
  • The storage facility's role will expand as Germany relocates waste from other sites.
  • Transport logistics highlight ongoing nuclear waste management challenges.