06 January 2026, 08:15

Bremen feiert 195 Jahre Eiswetten: Ein Schneider riskiert seine Füße für die Tradition

Ein Tisch mit Tellern, Löffeln, Eiswürfeln, Austern und anderen Speisen.

Wette auf Kohl - Ist die Weser zugefroren? - Bremen feiert 195 Jahre Eiswetten: Ein Schneider riskiert seine Füße für die Tradition

Jedes dritte Januar-Wochenende versammeln sich in Bremen rund 800 Gäste zu einer ungewöhnlichen Tradition: dem Eiswetten-Fest. Im Mittelpunkt steht eine historische Wette aus dem Jahr 1829, als 18 Kaufleute darauf setzten, ob die Weser zufrieren würde. Heute verbindet das Spektakel skurrile Bräuche mit einer Spendenaktion für die Seenotretter.

Die Tradition begann 1829, als eine Gruppe Bremer Kaufleute wetten wollte, ob die Weser im frühen Januar zufrieren würde. Aus ihrem Einsatz entwickelte sich ein jährliches Ereignis, das in den vergangenen Jahrzehnten nur selten ausfiel.

Jedes Jahr prüft ein als Schneider verkleideter Darsteller die Eisdicke des Flusses. Seine Aufgabe: Er muss die Weser zu Fuß überqueren – mit einem glühenden Bügeleisen in der Hand. Doch seit Generationen friert der Fluss nur selten so stark zu, dass der Schneider tatsächlich laufen könnte. Stattdessen greift er auf ein Boot zurück – gestellt von genau jenen Seenotrettern, die von der Veranstaltung profitieren.

Mittlerweile gehört zum Fest auch ein üppiges Mahl mit Grünkohl und Pinkel, einer regionalen Wurstspezialität. Zwar bleibt die Überquerung des Schneiders symbolisch, doch das Ereignis lockt weiterhin Scharen von Besuchern an und sammelt Spenden für den Rettungsdienst.

Das Eiswetten-Fest bleibt ein skurriles Highlight im Bremer Winterkalender. Es hält eine 195 Jahre alte Tradition lebendig und unterstützt gleichzeitig einen guten Zweck. Der jährliche Versuch des Schneiders – ob zu Fuß oder per Boot – sorgt dafür, dass die Geschichte der zugefrorenen Weser weitererzählt wird.