Brandenburgs Verkehrsminister Tabbert tritt nach BSW-Streit zurück – Bahnchaos bleibt
Emilia KönigMinister: Bahnreisende müssen weiter leiden - Brandenburgs Verkehrsminister Tabbert tritt nach BSW-Streit zurück – Bahnchaos bleibt
Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert verlässt die BSW nach internen Streitigkeiten. Er wird sein Amt jedoch bis zur Amtsübernahme einer neuen Landesregierung in den kommenden Wochen weiterführen. Sein Rückzug folgt dem Scheitern der SPD/BSW-Koalition Anfang dieses Jahres.
Tabbert warnte Bahnreisende vor jahrelangen Behinderungen durch Modernisierungsprojekte. Er räumte ein, dass selbst er als regelmäßiger Pendler während der Bauarbeiten mit Problemen konfrontiert war. Kritik übte er insbesondere an der gängigen Praxis, ganze Strecken wie die Verbindung Hamburg–Berlin monatelang komplett zu sperren.
Der 65-jährige Minister bemängelte zudem die Ineffizienz von Schienenersatzverkehr mit Bussen. Diese seien teuer und schlecht ausgelastet – bessere Alternativen seien dringend nötig. Als Lösung schlug er vor, sich an schnelleren Bauverfahren im Ausland zu orientieren, um Verzögerungen und Belästigungen für Fahrgäste zu verringern. Mit Bildung der neuen Regierung wird Tabbert sein Amt niederlegen. Künftig möchte er sich stärker seinen Hobbys und ehrenamtlichen Tätigkeiten widmen. Wer ihn ablösen wird, steht noch nicht fest, da die neue Regierung noch nicht endgültig steht.
Tabberts Austritt aus der BSW markiert das Ende seiner Amtszeit als Minister nach dem Zerbrechen der Koalition. Sein Abgang hinterlässt die Verkehrspolitik in Brandenburg in einer Phase der Unsicherheit, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin benannt wird. Die künftige Regierung wird sich unverzüglich den anhaltenden Herausforderungen bei der Bahnmodernisierung in der Region stellen müssen.