22 March 2026, 02:05

BP beschleunigt Umstrukturierung: Raffinerieverkauf und Milliarden-Sparziele bis 2027

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP beschleunigt Umstrukturierung: Raffinerieverkauf und Milliarden-Sparziele bis 2027

BP treibt umfangreiche finanzielle und operative Umstrukturierungen voran, während die Ölpreise steigen. Das Unternehmen hat sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 erhöht. Gleichzeitig verkauft es Vermögenswerte, darunter eine wichtige deutsche Raffinerie, um die Bilanz zu stärken.

Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund globaler Störungen auf den Ölmärkten durch geopolitische Spannungen und Lieferkettenprobleme. BPs Restrukturierungsbemühungen laufen zwar bereits seit 2020, doch deuten aktuelle Entwicklungen auf ein beschleunigtes Tempo hin.

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BP hat Pläne bekannt gegeben, bis 2027 Desinvestitionen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar abzuschließen. Bisher wurden bereits über 11 Milliarden US-Dollar dieses Ziels erreicht. Einer der jüngsten Deals betrifft den Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Der Standort, der jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet, wird mit rund 1.800 Mitarbeitern an den neuen Eigentümer übergehen. Analysten der HSBC reagierten mit einer Hochstufung der BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" und erhöhten das Kursziel – unter Verweis auf eine mögliche Entlastung von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten.

Die Umstrukturierung des Konzerns begann Anfang 2020, doch sein Marktwert ist seitdem stark gesunken. Von etwa 130 Milliarden Pfund im Jahr 2019 beläuft sich die Marktkapitalisierung von BP nun auf rund 75 Milliarden Pfund (Stand März 2026). Dieser Rückgang spiegelt niedrigere Ölpreise, die Hinwendung zu erneuerbaren Energien, gekürzte Dividenden und anhaltende geopolitische Instabilität wider, die die Energiemärkte belasten.

Unterdessen sind die Ölpreise stark angestiegen: Die Nordsee-Sorte Brent notiert bei etwa 112 US-Dollar pro Barrel. Der Preisschub folgt auf schwere Blockaden in der Straße von Hormus, durch die fast 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggastransporte zum Erliegen kamen. Als Reaktion darauf erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahme vom Jones Act, die es ausländischen Schiffen erlaubt, Waren zwischen US-Häfen zu transportieren und so die Versorgungsengpässe zu mildern.

BP sieht sich auch an anderen Standorten mit operativen Herausforderungen konfrontiert. Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen wurden rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der Whiting-Raffinerie in Indiana ausgesperrt. Die Unternehmensführung betonte jedoch, dass es voraussichtlich nicht zu größeren Produktionsausfällen kommen werde.

Mit den jüngsten Verkäufen und Sparmaßnahmen zielt BP darauf ab, seine Finanzen inmitten eines volatilen Ölmarkts zu stabilisieren. Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie und die höheren Rohölpreise könnten kurzfristig die Liquidität verbessern. Langfristig bleibt das Unternehmen jedoch unter Druck – durch die Anforderungen der Energiewende und sich wandelnde Investorenprioritäten.

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