Bonn verliert an Bedeutung: Warum die Doppelstruktur der Bundesregierung teurer wird
Noah WernerMehr als 10 Millionen Euro für die Berlin-Bonn-Teilung - Bonn verliert an Bedeutung: Warum die Doppelstruktur der Bundesregierung teurer wird
Die deutsche Bundesregierung gab im vergangenen Jahr mehr als 10,3 Millionen Euro aus, um Standorte in Berlin und Bonn parallel zu unterhalten. Damit stieg die Summe im Vergleich zu 2023 um 1,2 Millionen Euro an. Die anhaltende Doppelstruktur spiegelt den schrittweisen Umzug der Bundesbehörden seit der Wiedervereinigung 1990 wider.
Sechs der 16 Bundesministerien haben ihren Hauptsitz noch immer in Bonn. Die übrigen zehn sind zwar primär in Berlin angesiedelt, unterhalten aber weiterhin Zweigniederlassungen in der ehemaligen Hauptstadt. Diese Regelung wurde Ende der 1990er-Jahre eingeführt, als große Teile der Regierung umzogen.
Die offiziellen Reisekosten stiegen im vergangenen Jahr deutlich an. Die Ausgaben erhöhten sich um 15,3 Prozent auf über 5,9 Millionen Euro. Verantwortlich dafür sind häufigere Dienstreisen sowie gestiegene Preise für Transport und Unterkünfte.
Die Zahl der Beschäftigten in Bonn geht weiterhin zurück. Nur noch ein Viertel der Ministeriumsmitarbeiter ist dort tätig, da immer mehr Stellen nach Berlin verlegt werden. Der Trend zeigt keine Anzeichen einer Umkehr – der Anteil der in Bonn beschäftigten Beamten und Angestellten sinkt kontinuierlich.
Die Zweisitzregelung bleibt kostspielig, wobei die Ausgaben Jahr für Jahr steigen. Reise- und Betriebskosten belasten den Haushalt zusätzlich. Gleichzeitig schreitet die Verlagerung von Personal und Ressourcen nach Berlin voran, wodurch Bonns Bedeutung in der Bundesverwaltung weiter abnimmt.






