Betriebsratswahl in Zwickau: IG Metall verliert Stimmen an AfD-nahe Konkurrenz
Emilia KönigKeine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - Betriebsratswahl in Zwickau: IG Metall verliert Stimmen an AfD-nahe Konkurrenz
Im Volkswagen-Werk Zwickau hat unter Jobabbau und sinkender Stimmung eine mit Spannung erwartete Betriebsratswahl stattgefunden. Bei der Abstimmung sah sich die IG Metall unerwarteter Konkurrenz durch drei rivalisierende Listen gegenüber, darunter eine mit Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD. Rund 8.200 Beschäftigte gaben ihre Stimme für die neue Arbeitnehmervertretung ab.
Die Wahl fand vor dem Hintergrund von Produktionskürzungen und Stellenstreichungen am Standort Zwickau statt. Volkswagen hatte kürzlich die Schichtzahl von drei auf zwei reduziert, was etwa 1.200 Arbeitsplätze kostete. Das Werk, ein zentraler Standort für Elektrofahrzeuge innerhalb des VW-Konzerns, arbeitet nun mit einer kleineren Belegschaft.
Bei der letzten Wahl hatte die IG Metall noch fast 89 Prozent der Stimmen erhalten. Diesmal sicherte sich die Gewerkschaft knapp über 81 Prozent und damit 29 der 35 Sitze. Das "Bündnis Freier Betriebsrat", das als afd-nah gilt, erreichte 11,5 Prozent und vier Sitze. Eine weitere Gruppe, die "Alternative Liste", kam auf 7,3 Prozent und zwei Sitze.
Volkswagens umfassende Umstrukturierung sieht bis 2030 den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vor. Wie viele Stellen in Sachsen genau betroffen sein werden, bleibt unklar – doch die Krise bei den Automobilzulieferern sorgt für Besorgnis. Das Dresdner Werk "Gläserne Manufaktur" wird bis Ende 2025 die Produktion einstellen, für Zwickau wurden jedoch keine weiteren Modellstreichungen angekündigt.
Die Wahlergebnisse zeigen eine Verschiebung in der Arbeitnehmervertretung in Zwickau: Die IG Metall behält zwar eine deutliche Mehrheit, steht aber vor neuer Opposition. Die Zukunft des Werks bleibt ungewiss, während Volkswagen seine Sparmaßnahmen fortsetzt. Arbeitsplatzabbau und Produktionsanpassungen werden voraussichtlich die nächste Amtszeit des Betriebsrats prägen.