19 November 2025, 08:11

Berliner Buchstabenmuseum schließt für immer – das Ende einer leuchtenden Ära

Eine Straße mit Autos und einem Bus, Gebäude mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern, Plakate und Banner an den Wänden und ein Pfosten mit einer Straßeleuchte.

Berliner Buchstabenmuseum schließt für immer – das Ende einer leuchtenden Ära

Das Berliner Buchstabenmuseum schließt seine Türen – das Ende einer Ära der typografischen Geschichte

Das Berliner Buchstabenmuseum, Heimat des ikonischen Neonschilds „Dekorativer Fisch“, wird am Montag für immer schließen. Steigende Kosten und ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen seit der Pandemie lassen der Einrichtung keine andere Wahl. Die Entscheidung markiert das Ende jahrzehntelanger Bemühungen, Berlins typografisches Erbe zu bewahren.

Das „Dekorative Fisch“-Schild erleuchtete erstmals in den frühen 1980er-Jahren die Hochhäuser am Frankfurter Tor in Friedrichshain. Um 1999 ersetzte ein Replikat das Original, doch beide wurden schließlich Teil der Museumssammlung. Das Schild, zusammen mit rund 3.500 weiteren Neonbuchstaben aus Leuchtröhren, spiegelt Berlins visuelles Kulturgut wider – ergänzt durch Exponate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Museumsgründerin Barbara Dechant hat das Projekt mit Unterstützung eines 120 Mitglieder zählenden Vereins vorangetrieben, zu dem auch der Schriftgestalter Lucas de Groot gehört. Trotz ihres Engagements sind die Besucherzahlen seit der COVID-19-Pandemie um die Hälfte eingebrochen. Explodierende Energiekosten und Betriebskosten machen den Weiterbetrieb nun unmöglich.

Nach der Schließung werden der „Dekorative Fisch“ und andere Exponate eingelagert. Dechant hofft, eine neue Institution zu finden, die die Sammlung übernehmen könnte – ihr kultureller Wert ist unbestritten. Bis zum Jahresende bleibt das Museum noch an seinem aktuellen Standort, doch ein neuer Standort steht noch nicht fest.

Die Zukunft der Sammlung bleibt ungewiss. Ohne eine gesicherte neue Bleibe werden die Neonbuchstaben und -schilder vorerst im Depot verbleiben. Die Schließung des Museums unterstreicht die Herausforderungen, vor denen Nischenkultureinrichtungen in der heutigen Wirtschaftslage stehen.