BBC streicht Monkhouse-Folge wegen eines "sexistischen" Witzes aus den 1960ern
Greta WagnerBBC streicht Monkhouse-Folge wegen eines "sexistischen" Witzes aus den 1960ern
Eine Folge der Sendung Die Reparaturwerkstatt, in der die handschriftlichen Witzesammlungen von Bob Monkhouse vorgestellt wurden, wurde Anfang 2024 kurzfristig aus dem Programm genommen. Der Entschluss folgte nach Beschwerden eines Produktionsmitarbeiters, der einen der Witze aus den 1960er-Jahren als "sexistisch" einstuft. Die BBC unterstützte diese Maßnahme – und löste damit eine breite Debatte aus.
Der Beitrag hatte Monkhouses private Witzesammlungen gezeigt, die seine Adoptivtochter und langjährige Schreibpartnerin zur Restaurierung eingebracht hatte. Die Bücher enthielten Tausende von Scherzen, Karikaturen und Skizzen – darunter auch Abbildungen halb nackter Frauen sowie Material, das heute als anstößig gilt.
Die Witzesammlungen waren für die Reparatur in die Sendung gekommen und boten einen seltenen Einblick in Monkhouses kreativen Prozess. Seine Tochter, die jahrelang mit ihm zusammengearbeitet hatte, hoffte, der Beitrag werde sein Vermächtnis würdigen. Stattdessen führte ein einziger Witz aus den 1960er-Jahren dazu, dass die gesamte Folge gestrichen wurde.
Das Produktionsteam entschied einstimmig, den Beitrag zu entfernen – zur Enttäuschung sowohl der Experten als auch von Monkhouses Familie. Die BBC bestätigte die Entscheidung später in einer Stellungnahme und betonte, man müsse alle Zuschauer im Blick behalten.
Die öffentliche Reaktion fiel prompt und überwiegend negativ aus. Große Medien wie The Telegraph und Daily Mail berichteten über Empörung wegen vermeintlicher Zensur. Fans starteten Petitionen und Social-Media-Kampagnen, darunter #BringBackMonkhouse, die bis Mitte 2024 über 50.000 Unterschriften sammelte. Die Kritik hielt bis 2026 an, ohne dass die BBC Anzeichen zeigte, ihre Haltung zu überdenken.
Die Kontroverse spiegelte den Wandel im Umgang mit historischem Material wider. Während einige die Entscheidung als notwendig verteidigten, warfen andere der BBC vor, einen wichtigen Teil der britischen Comedy-Geschichte zu tilgen. Monkhouses Witzesammlungen, geprägt vom Humor ihrer Zeit, wurden zum Zankapfel in der Debatte über kulturelle Sensibilität und Meinungsfreiheit.
Die BBC hält an ihrer Entscheidung fest, die Folge nicht auszustrahlen. Der anhaltende Widerstand jedoch hält die Diskussion seit Jahren in der Öffentlichkeit präsent. Aus einer privaten Sammlung geworden, stehen Monkhouses Witzbücher nun symbolisch für die Spannung zwischen Bewahrung der Geschichte und Anpassung an moderne Maßstäbe.
Fans und Kritiker fordern weiterhin Transparenz, doch der Sender hat sich bis heute nicht zur Möglichkeit einer Wiedereinsetzung des Beitrags geäußert.






