Bayer will Kerendia-Zulassung erweitern – trotz Milliardenverlust und Roundup-Risiken
Claudia SeidelBayer will Kerendia-Zulassung erweitern – trotz Milliardenverlust und Roundup-Risiken
Bayer plant Zulassungserweiterung für Kerendia nach erfolgreicher klinischer Studie
Bayer hat Pläne bekannt gegeben, die Zulassung für sein Medikament Kerendia auszuweiten, nachdem eine klinische Studie positive Ergebnisse erbracht hat. Der Schritt könnte den Zugang zu einer deutlich größeren Patientengruppe ermöglichen und die Zukunftsaussichten des Konzerns stärken. Gleichzeitig bleiben finanzielle Herausforderungen bestehen – für 2025 wurde ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro gemeldet.
Kerendia erreichte kürzlich sein primäres Studienziel bei der Behandlung von nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Bayer beabsichtigt nun, diese Daten der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA vorzulegen, um eine Erweiterung der Zulassung zu erwirken. Zudem laufen regulatorische Prüfungen für eine Indikation bei Herzinsuffizienz in China und Europa.
Trotz anhaltender Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup bleibt die Pharmasparte des Unternehmens stabil. Eine Anhörung vor dem US-Supreme Court zu den Warnhinweisen von Roundup ist für den 1. April 2026 angesetzt, mit einer Entscheidung bis Mitte Juni. Diese juristischen Risiken begleiten Bayer, während das Unternehmen in den kommenden zehn Jahren zehn neue Hauptwirkstoffe auf den Markt bringen will.
Finanziell verzeichnete der Konzern 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro bei einer Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro. Die Aktionäre kommen am 1. April 2026 zur Hauptversammlung zusammen, wo über die vorgeschlagene Dividende abgestimmt wird.
Sollte Kerendia für die Behandlung von nicht-diabetischen Nierenerkrankungen zugelassen werden, könnte das Medikament deutlich mehr Patienten erreichen und Bayers Marktposition verbessern. Die Unternehmensstrategie sieht die Einführung von zehn neuen Wirkstoffen vor, doch die rechtlichen Unsicherheiten um Roundup bleiben bestehen. Die finanzielle Erholung hängt maßgeblich von regulatorischen Erfolgen und den Ergebnissen der anstehenden Gerichtsverfahren ab.