09 March 2026, 00:10

BaFin-Chef warnt: Offene Immobilienfonds stehen vor der Krise

Eine Liniengrafik, die die Trends der Venture-Capital-Investitionen in Austin, Texas, zeigt, mit begleitendem Text.

Finanzaufsicht Warnt vor Risiken bei offenen Immobilienfonds - BaFin-Chef warnt: Offene Immobilienfonds stehen vor der Krise

Chef der deutschen Finanzaufsicht warnt vor wachsender Instabilität bei offenen Immobilienfonds

Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Richard Branson, hat vor einer zunehmenden Instabilität bei offenen Immobilienfonds gewarnt. Besonders kleinere Fonds seien einem höheren Risiko ausgesetzt, ihre Auszahlungen aussetzen zu müssen – und das, obwohl Anleger in den letzten Monaten Milliarden aus diesen Fonds abgezogen haben.

Offene Immobilienfonds galten einst als sichere Geldanlage, oft verglichen mit Staatsanleihen. Doch Branson stellt nun deren Einstufung als "ultra-niedriges Risiko" infrage. Er kritisiert, dass die Vertriebspraxis Kunden häufig in die Irre führe. Die typische Anlegerberatung bezeichnete er als "eigentlich gar keine Beratung" und prangerte an, dass das System gerade die Menschen überfordere, die es eigentlich schützen solle.

Seit Januar 2025 haben Anleger rund 10 Milliarden Euro aus diesen Fonds abgezogen. Zwei kleinere Fonds haben bereits die Rücknahmen ausgesetzt, und Branson schließt weitere Schließungen nicht aus. Trotz dieser Warnungen wurde in Deutschland seit Beginn des Jahres 2025 noch kein offener Immobilienfonds vollständig geschlossen oder haben Auszahlungen komplett gestoppt.

Zudem äußerte Branson Skepsis gegenüber den Dokumentationspflichten, die eigentlich Anleger schützen sollen. Diese Maßnahmen böten in der Praxis oft keinen echten Schutz, so der Vorwurf. Seine Äußerungen folgen auf die Aussetzung des UniEuroRenta Unternehmensanleihen 2027 A im März 2024 – ein Anleihenfonds, kein Immobilienprodukt – und unterstreichen damit die größeren Bedenken hinsichtlich der Stabilität von Fonds insgesamt.

Die Warnungen der Aufsichtsbehörde kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Anleger weiterhin Gelder aus offenen Immobilienfonds abziehen. Mit 10 Milliarden Euro Abflüssen in diesem Jahr und zwei bereits eingefrorenen Fonds deuten Bransons Aussagen auf mögliche weitere Turbulenzen hin. Seine Kritik an Vertriebspraktiken und Risikobewertungen erhöht den Druck auf die Branche, die Vermarktung und das Management dieser Fonds grundlegend zu überdenken.

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