AfD verdoppelt Stimmenanteil – Baden-Württemberg vor ungewisser Regierungsbildung
Greta WagnerMüller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - AfD verdoppelt Stimmenanteil – Baden-Württemberg vor ungewisser Regierungsbildung
Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg hat die politische Landschaft umgekrempelt: Die rechtspopulistische AfD hat ihre Unterstützung fast verdoppelt und kommt nun auf etwa 17,5 bis 18 Prozent der Stimmen. Damit ist sie zur stärksten Oppositionskraft aufgestiegen. Unterdessen liefern sich Grüne und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen – beide Parteien errangen jeweils 56 Sitze im neuen Landtag.
Die Wahl hat eine Debatte über mögliche Koalitionen ausgelöst. Der Milchmilliardär und einflussreiche CSU-Vertreter Theo Müller forderte die CDU öffentlich auf, ihre Haltung zu Bündnissen zu überdenken. Seine Äußerungen folgen auf das knappe Erstarken der Grünen, die mit 30,2 Prozent knapp vor der CDU (29,7 Prozent) landeten.
Die AfD verzeichnete deutliche Zugewinne und stieg von unter 10 Prozent in früheren Jahren auf rund 18 Prozent. Zwar verfügt die Partei nun über beträchtlichen Einfluss, doch sowohl CDU als auch Grüne lehnen eine formelle Zusammenarbeit weiterhin ab. Offiziell bleibt eine Koalition mit der AfD für die CDU "keine Option".
Theo Müller, Gründer des Molkereiunternehmens Müller und CSU-Mitglied, mischt sich seit Längerem in die Regierungsbildung ein. Bereits Ende 2023 hatte er für Aufmerksamkeit gesorgt, als er die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel in Cannes traf. Nun lobte er den AfD-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier, mit den Worten, "was er sagt, ergibt Sinn". Müller schlägt eine schwarz-blaue Koalition aus CDU und AfD als mögliche Alternative zum aktuellen Bündnis aus Grünen und CDU vor.
Da beide Parteien aktuell über gleich viele Sitze verfügen, gibt es kaum Spielraum für eine stabile Mehrheit. Müller warnte davor, dass seine Partei "die zweite Geige" hinter Cem Özdemir, dem prominenten Grünen-Politiker, spielen solle. Angesichts fehlender alternativer rechnerischer Mehrheiten gilt die Fortsetzung der bestehenden Koalition der beiden großen Parteien jedoch als wahrscheinlichstes Szenario.
Trotz Müllers Forderungen nach einem Kurswechsel hält die CDU-Führung an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der AfD fest. Damit bleibt das Bündnis mit den Grünen vorerst die einzige realistische Regierungsoption.
Die Wahl hinterlässt in Baden-Württemberg einen zersplitterten Landtag mit begrenzten Koalitionsmöglichkeiten. Grüne und CDU müssen entweder ihre Zusammenarbeit erneuern oder einen anderen Weg finden. Angesichts des AfD-Aufstiegs gestalten sich die Verhandlungen schwierig – die Fortsetzung der aktuellen Koalition erscheint jedoch als naheliegendste Lösung. Die Zukunft der Landesregierung bleibt dennoch ungewiss.