AfD einigt sich mit Kevin Dorow auf Rücktritt nach NS-Vorwürfen
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich mit Kevin Dorow, einem ihrer Mitglieder, auf einen Kompromiss geeinigt, nachdem diesem Äußerungen mit Bezug zum Nationalsozialismus vorgeworfen worden waren. Der Bundesvorstand der Partei hatte zwar über einen Parteiausschluss nachgedacht, entschied sich stattdessen jedoch für eine Lösung, bei der Dorow alle seine Ämter niederlegt. Die Entscheidung folgt auf wochenlange interne Debatten über seine Zukunft in der Partei.
Dorow, der innerhalb der AfD mehrere Funktionen innehatte, sah sich mit einem Ausschlussverfahren konfrontiert, nachdem die Parteiführung ihm vier Aussagen vorwarf, die eine Nähe zum Nationalsozialismus erkennen ließen. Die AfD betonte, keine Verbindung zu solchen Ansichten zu wollen. Trotz der Schwere der Vorwürfe stimmte der Bundesvorstand einstimmig gegen einen Ausschluss.
Laut der Vereinbarung wird Dorow nun von allen seinen Posten zurücktreten. Dazu gehören seine Rolle im Bundesvorstand von Junge Alternative – dem Jugendverband der AfD –, sein Sitz im Landesvorstand Schleswig-Holstein sowie seine Position als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag Rendsburg-Eckernförde.
Der AfD-Landesverband Schleswig-Holstein wird nun ein zweijähriges Verbot anstreben, wonach Dorow kein Parteiamt mehr ausüben darf. Die Angelegenheit soll vor das Landesschiedsgericht gebracht werden. Unterdessen bezeichnete Jean-Pascal Hohm, Bundesvorsitzender der Jungen Alternative, den Kompromiss als Schritt hin zu einer nachhaltigen Lösung, auch wenn er sich persönlich für einen vollständigen Verzicht auf disziplinarische Maßnahmen ausgesprochen hätte.
Die Reaktionen innerhalb der AfD fielen unterschiedlich aus. Einige Mitglieder unterstützten das Ausschlussverfahren und verwiesen auf die Notwendigkeit von Parteidisziplin. Andere lehnten es ab und plädierten für den Schutz innerparteilicher Meinungsverschiedenheiten. Öffentliche Stellungnahmen von prominenten Vertretern blieben jedoch weitgehend aus.
Mit Dorows Rückzug aus allen Partei- und Jugendfunktionen endet ein zermürbender innerparteilicher Konflikt. Die Entscheidung der AfD, auf einen Ausschluss zu verzichten, aber ein vorübergehendes Amtsverbot anzustreben, zeigt den Versuch, Disziplin und innerparteiliche Pluralität in Einklang zu bringen. Das weitere Vorgehen hängt nun vom Urteil des Landesschiedsgerichts in Schleswig-Holstein ab.






