500-Milliarden-Fonds: Grünen werfen Union Vertrauensbruch bei Infrastruktur-Geldern vor
Noah WernerGrüne werfen Union und SPD vor, Versprechen zur Verfassungsänderung für Sondervermögen zu brechen - 500-Milliarden-Fonds: Grünen werfen Union Vertrauensbruch bei Infrastruktur-Geldern vor
Ein politischer Streit ist über den deutschen 500-Milliarden-Euro-Sonderfonds für Infrastruktur entbrannt. Die Grünen werfen der regierenden Union aus CDU/CSU und SPD vor, ihr Versprechen gebrochen zu haben, wie die Gelder eingesetzt werden sollten. Neue Untersuchungen zeigen, dass der Großteil der Mittel für 2025 nicht in neue Projekte fließt, sondern zur Deckung von Haushaltslücken verwendet wird.
Der Fonds war nach einer Grundgesetzänderung eingerichtet worden, die die Grünen mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag mitgetragen hatten. Sie hatten durchgesetzt, dass die schuldenfinanzierten Mittel ausschließlich für zusätzliche Infrastruktur- und Klimaschutzmaßnahmen verwendet werden dürfen – darunter 100 Milliarden Euro speziell für grüne Vorhaben.
Wirtschaftsforschungsinstitute enthüllen nun, dass 86 bis 95 Prozent der Gelder für 2025 stattdessen zur Defizitdeckungen genutzt werden. Das ifo Institut stellte fest, dass von den in diesem Jahr aufgenommenen 24,3 Milliarden Euro fast das gesamte Volumen in den allgemeinen Haushalt floss – und nicht in Investitionen. Der Wirtschaftsprofessor Lars Feld nannte die Ergebnisse "keineswegs überraschend" und kritisierte die zweckentfremdete Verwendung der Mittel.
Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner warf der Koalition vor, das Vertrauen der Bürger verraten zu haben. Die Gelder seien für kurzfristige Zuwendungen verschwendet worden, statt in langfristige Projekte zu fließen, so Brantner. Auch FDP-Chef Christian Dürr forderte einen Kurswechsel und warf der Regierung vor, notwendige Strukturreformen zu vernachlässigen und die Schulden nicht verantwortungsvoll einzusetzen.
Die Kontroverse unterstreicht die Spannungen zwischen Haushaltsdisziplin und dem ursprünglichen Zweck des Fonds. Da der Großteil der Mittel für 2025 nicht in die Infrastruktur fließt, wächst der Druck auf Kanzler Merz, die Ausgabenentscheidungen zu überprüfen. Die Grünen haben deutlich gemacht, dass sie weitere Abweichungen von den vereinbarten Bedingungen nicht hinnehmen werden.






